Pflichtteilsansprüche reduzieren und vermeiden

Hat ein zu Lebzeiten einen Großteil seines Vermögens verschenkt, sich aber einen lebzeitigen vorbehalten, kann dies dazu führen, dass sein nicht viel gegen die unerfreuliche Vermögensminderung unternehmen kann.

Denn der Nießbrauch wird bei dem Übertragungsakt wie eine Gegenleistung z. B. wie ein Kaufpreis behandelt und kann je nach der Lebenserwartung des Erblassers zum Zeitpunkt der Zuwendung worst case zu einem ausgeglichenen entgeltlichen Geschäft führen.

Da der (§ 2325 BGB) aber eine voraussetzt, gibt es in diesem Fall nichts. So kann man einen ganz legal vermeiden, jedenfalls aber erheblich reduzieren

Folgendes Beispiel soll diese Gestaltungsmöglichkeit Problem verdeutlichen:

Zuwendung an einen guten Freund im Alter von 50 Jahren des Erblassers. Mit 80 stirbt der Erblasser. War der Wert des Grundstücks zum Zeitpunkt der Schenkung geringer als zum Zeitpunkt des Todestages dann wird dem angenommenen Wert des Grundstückes von 400.000,– € der Nießbrauch mit 360.000,– € gegenübergestellt, so dass es sich letztendlich dann fast um ein entgeltliches Geschäft handelt.

Damit kommt der Erbe mit seinem Pflichtteilsergänzungsanspruch nicht weit, weil der nur Schenkungen erfasst!

Der Nießbrauch wird im vorliegenden Fall wie folgt berechnet:

Monatlicher Mietwert 2.000,– €. Jahresmiete dann 24.000,– €. Mit 50 Jahren ist die mittlere Lebenserwartung bei Männern beinahe noch 30 Jahre. Der Jahresmietwert ist deshalb mit dem Faktor 15 zu multiplizieren.

Es kommt dann ein Kapitalwert des Nießbrauchs von 360.000,–€ heraus. Differenz des Wertes des Grundstücks und des Wert des Nießbrauchs, also nur 40.000,– €.

Für die Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs stehen damit also nur 40.000,– € und nicht etwa 400.000,– € zur Verfügung. Die Hälfte von 40.000,– €, also nur 20.000,– € kommen dann bestenfalls für den heraus.

Welche weiteren Kürzungen möglich sind, können Sie in einem Beratungsgespräch erfahren. Man kann nämlich mit Hilfe des Fachmanns durchaus noch auf Null kommen.

Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen zur Verfügung

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Joachim Heinle – Ihr Fachanwalt für Erbrecht und Familienrecht in Bonn – Bad Godesberg

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