Erbengemeinschaft – Verwaltung der ungeteilten Erbengemeinschaft

Die Phase der Verwaltung der ungeteilten Erbengemeinschaft dauert bis zur des teilbaren Nachlasses bis zur endgültigen Auseinandersetzung an.

In diesem Zeitraum treten immer wieder größere Probleme bei der Art und Weise der auf, denn eine Meinungsbildung unter den Miterben ist oft schwierig und manchmal sogar nicht zu erreichen. Dann müssen die notwendigen oder ordnungsgemäßen mit gerichtlicher Hilfe erzwungen werden.

Das Gesetz differenziert zwischen notwendigen Maßnahmen, die zur Vermeidung eines Schadens oder einer Verschlechterung eines Nachlassgegenstandes  unbedingt erforderlich sind und normalen Maßnahmen, die im Rahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung/Bewirtschaftung zu ergreifen sind.

Schließlich gibt es noch die außergewöhnlichen Maßnahmen, die immer dann anzunehmen sind, wenn sie wesentliche Veränderungen des Nachlassgegenstandes beinhalten, etwa die Umwandlung eines Hausgrundstückes in Wohnungseigentum.

Notwendige Verwaltungsmaßnahmen

Das Gesetz sieht in § 744 Abs. 2 BGB vor, dass ein Miterbe allein berechtigt ist, die zur Erhaltung eines Nachlassgegenstands notwendigen Maßnahmen ohne Zustimmung der anderen Miterben zu treffen.

Es handelt sich also hier um Notfälle, die eine sofortige Maßnahme notwendig macht, z. B. eine Dachabdeckung durch Sturm oder einen Heizungsschaden bei starkem Frost.

Ordnungsgemäße Verwaltung

Maßnahmen, die im Rahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung erforderlich sind, können durch Stimmenmehrheit der Miterben beschlossen werden. Die Stimmenmehrheit ist nach der Größe der Erbanteile zu berechnen. Stimmt ein Miterbe trotz eines Mehrheitsbeschlusses für eine Sanierungsmaßnahme an einem Hausgrundstück der Beauftragung und Bezahlung eines Handwerkers z. B. nicht zu, dann müssen ihn die willigen Miterben vor Gericht auf Zustimmung verklagen.

Im Rahmen des Rechtsstreits hat das Gericht dann zu klären, ob es sich bei den Sanierungsmaßnahmen tatsächlich auch um Maßnahmen handelt, die im Rahmen einer ordnungsgemäßen Verwaltung/Bewirtschaftung des Hauses notwendig sind.

Außergewöhnliche Maßnahmen

Eine wesentliche Veränderung eines Nachlassgegenstandes kann nur einvernehmlich beschlossen werden. Darunter kann z.B. auch die Beleihung eines Hauses fallen oder die schon angesprochene Umwidmung in Wohnungseigentum. Die Vermietung eines Hausgrundstückes kann nach der Rechtsprechung auf der Grundlage eines Mehrheitsbeschlusses erfolgen.

Oft treten bei der von Verwaltungsmaßnahmen Probleme auf, weil der Nachlass z.B. nicht reicht, d.h. notwendige Geldmittel können durch Veräußerung von Nachlassgegenständen nicht generiert werden. Dann muss notfalls das Gericht die schwierige Frage entscheiden, ob es einem Miterben zugemutet werden kann, sich dann zu verschulden.

Ein besonderes Problem während des Bestehens der ungeteilten Erbengemeinschaft tritt oft dadurch auf, dass ein Miterbe ohne ausdrückliche Zustimmung der übrigen Miterben Verwaltungsmaßnahmen ohne Widerspruch der übrigen Miterben durchführt. Seine Verwaltung also geduldet wird.

Rechtlich ist das Handeln dieses Miterben als eine Geschäftsbesorgung zu qualifizieren, die zur Rechenschaftslegung verpflichtet. Er muss also den übrigen Miterben Auskunft über die von ihm ergriffenen Verwaltungsmaßnahmen erteilen, wenn er hierzu aufgefordert wird

Ein weiteres Problem, das bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft bestehen kann, ist die Verteilung von vereinnahmten Mieteinnahmen, Zinseinkünften oder .

Wenn sich die Miterben in derartigen Fällen nicht auf eine Verteilung am Jahresende einigen können, findet sie in der Regel erst im Rahmen der Auseinandersetzung statt. Es erhöht sich dann die zur Verteilung anstehende Geldsumme um diese aufgelaufenen Einkünfte.

Die bis zur erfolgten entstehenden Probleme sind oft nur mit anwaltlicher Hilfe zu lösen sind. Bei vernünftiger Vertretung können ganz erhebliche Kosten und Vermögensschäden für alle Beteiligten vermieden werden.

Es besteht aber auch noch die Möglichkeit das anzurufen und um Vermittlung zu bitten. Der Richter wird dann den Versuch unternehmen die Auseinandersetzung vorzubereiten und bei Einvernehmen unter den Miterben auch durchzuführen. Befugnisse die Auseinandersetzung notfalls zwangsweise durchzuführen, stehen dem jedoch nicht zur Verfügung.

Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen zur Verfügung

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Joachim Heinle – Ihr Fachanwalt für Erbrecht und Familienrecht in Bonn – Bad Godesberg

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