Erbengemeinschaft – Erbauseinandersetzung

Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft, also die des Nachlasses unter den Miterben erfolgt nach Begleichung aller Nachlassverbindlichkeiten durch eine Auseinandersetzungsvereinbarung, also einen Vertrag. Bei der des Nachlasses werden sich die Miterben regelmäßig an die Anordnungen des Erblassers halten.

Sie können aber auch einstimmig eine andere Verteilung vereinbaren. Dabei können sie sich sogar über Erbquoten oder Teilungsanordnungen oder Auseinandersetzungsverbote hinwegsetzen.

Erfolgt die nicht durch eine Erbauseinandersetzungsvereinbarung, kann die Auflösung der Gemeinschaft auch durch eine oder durch eine sog. , einem einvernehmlichen Ausscheiden eines Erben aus der Erbengemeinschaft stattfinden.

Der Regelfall ist die Auseinandersetzungsvereinbarung, die einen beinhalten muss.

Der Teilungsplan muss so gestaltet sein, dass alle Nachlassgegenstände unter den Miterben kopfmäßig aufgeteilt werden können. Der Nachlass muss also teilungsreif sein. Um die Teilungsreife des Nachlasses zu erreichen, sind Gegenstände, die nicht in Natur teilbar sind, zu veräußern.

Bei beweglichen Sachen (z. B. einem Auto), aber auch bei unbeweglichen wie Hausgrundstücken ist eine Teilung in Natur nur selten möglich, weshalb diese Nachlassgegenstände verkauft oder versteigert werden müssen. Die jeweiligen Gelderlöse können dann in der Regel problemlos aufgeteilt werden. Bleibt 1 Cent von dem versilberten Nachlass übrig, kann man das Los entscheiden lassen.

Oft können sich die Miterben wegen unterschiedlicher Wertvorstellungen nicht über eine freihändige Veräußerung eines Nachlassgegenstandes verständigen. Dann gibt es nur die Möglichkeit, den Nachlassgegenstand versteigern zu lassen. Bewegliche Nachlassgegenstände werden durch den oder einen öffentlichen versteigert, Grundstücke im Wege der sog. .

Der Weg der Teilungsversteigerung birgt naturgemäß immer Risiken in sich, denn es ist nie sicher, ob ein angemessener Verkehrswert erzielt wird. Diese Variante sollte also nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn aber ein Miterbe besonders bockig ist, bleibt den übrigen keine andere Wahl, als in die Versteigerung zu flüchten.

Ist der Nachlass endlich teilungsreif, kommt es oft vor, dass zwar alle Nachlassgegenstände veräußert worden sind und die Erbengemeinschaft nach Begleichung aller Nachlassverbindlichkeiten über eine teilbare Geldsumme in Euro verfügt, eine Verteilung aber deshalb nicht stattfinden kann, weil nur ein Miterbe der einvernehmlichen Aufteilung des Geldes entsprechend den Erbquoten nicht zustimmen will.

Die Gründe dafür sind mannigfach. Hier kann nur die Frage beantwortet werden, was die übrigen Miterben dann tun können, um die Verteilung der Geldmasse und damit die Auflösung der Erbengemeinschaft zu bewirken.

Es gibt da nur einen Weg, nämlich den einer Erbteilungsklage. D.h., ein Miterbe oder die Mehrheit der Miterben müssen dann den oder die unwilligen Miterben auf Zustimmung zu einem bestimmten Teilungsplan verklagen. Erst wenn durch rechtskräftiges Urteil die Zustimmung ersetzt worden ist, kann die Teilung der Geldmasse vollzogen werden. Danach ist die Erbengemeinschaft aufgelöst.

Oft versuchen Miterben eine sog. Teilauseinandersetzung, d.h., dass z.B. nur das wertvolle Hausgrundstück schon einmal vorab verkauft und der Erlös verteilt werden soll.

Dieser Weg ist den Miterben indes nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung regelmäßig nicht eröffnet, was man wissen muss. Mit anwaltlicher Hilfe kann man allerdings in machen Fällen unter gewissen Voraussetzungen doch eine Teilauseinandersetzung erreichen.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass der Anwalt auf Wunsch seines Mandanten hin, durchaus in der Lage ist, eine momentan noch unerwünschte Erbauseinandersetzung in die Länge zu ziehen.

Grundsätzlich ist bei der Auseinandersetzung immer das zu befolgen, was der ausdrücklich angeordnet hat, z. B. wer welche Nachlassgegenstände oder Geldbeträge erhalten soll (Teilungsanordnung). Hier gibt es oft Abgrenzungsprobleme zum , das der Erblasser einem Miterben zugedacht hat.

In derartigen Fällen muss immer der Rat eines Anwalts eingeholt werden, denn es stellt sich da stets die Frage, ob die Zuweisung eines wertvollen Nachlassgegenstandes an einen Miterben nach dem Willen des Erblassers zu einer internen Ausgleichung verpflichtet oder einen nicht ausgleichspflichtigen Vorabempfang und damit eine gewollte Begünstigung des bedachten Miterben darstellt.

Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen zur Verfügung

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Joachim Heinle – Ihr Fachanwalt für Erbrecht und Familienrecht in Bonn – Bad Godesberg

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